Fugen reinigen – Hausmittel und Geheimtipps

Gras und Löwenzahn in Fugen
Gras und Löwenzahn wächst in den Fugen eines gepflasterten Gehwegs. Mit diesen Tipps können Sie diese Fugen reinigen. Bild: Fugenbuersten.de
Gras, Löwenzahn, Moos, Wegerich – in den Fugen von Gehwegen und Terrassen sprießt vom Frühjahr bis spät in den Herbst hinein allerlei unerwünschtes Unkraut. Dies zu entfernen gehört zu den mit Abstand unbeliebtesten Aufgaben von Hausbesitzern und Hobbygärtnern. Denn das Fugen reinigen belastet Knie und Rücken und nach dem nächsten Regen ist das Unkraut sowieso zurück – eine Sisyphusarbeit.

Die beste Möglichkeit sich des lästigen Unkrauts zu entledigen, ist ohne Frage eine Fugenbürste. Doch manchmal ist es aus verschiedenen Gründen nicht möglich, eine elektrische oder manuelle Fugenbürste einzusetzen. Für diesen Fall gibt es Hausmittel wie Salz, den guten alten Fugenkratzer und den einen oder anderen Geheimtipp, auf den Sie zurückgreifen können, um Ihre Fugen trotzdem sauber zu machen und frei von Unkraut zu halten.

Die besten Tipps zum Fugen reinigen auf einen Blick

Wir haben die besten und effektivsten Tipps zum Fugen reinigen für Sie auf einer Seite zusammengefasst, sie ausführlich beschrieben und mit einer Einschätzung zur ihrer jeweiligen Wirksamkeit versehen. Denn nicht jeder Tipp hält, was er verspricht. Bei manchen Tipps drohen sogar Strafen von bis zu 50.000 Euro. Viel Spaß beim Lesen!

Tipp 1: Hochdruckreiniger

Eine einfache wie effektive Methode dem Wildwuchs zwischen den Pflasterfugen Herr zu werden, ist der Hochdruckreiniger. Mit hohem Druck lässt sich das Unkraut gezielt aus den Fugen befördern. In diesem Zuge können auch gleich Vogelkot und andere Verschmutzungen von den Steinen entfernt werden. Doch der Hochdruckreiniger hat auch gewisse Nachteile. Zwar ist es sehr bequem, die Fugen auf diese Weise zu reinigen. Dafür spritzen Wasser und Schmutz sehr weit umher. In der Nähe von Häuserwänden und Gartenmöbeln kann das für starke Verschmutzungen sorgen, die später mühsam entfernt werden müssen.

Fugen reinigen nur oberflächlich möglich

Außerdem erfordert der Hochdruckreiniger einen Wasseranschluss mit Schlauch in der Nähe. Obendrein erreicht der Wasserstrahl nicht die tief in den Fugen sitzenden Wurzeln des Unkrauts, sodass Nacharbeiten unumgänglich ist. Für oberflächlichen Schmutz wie Moos ist er jedoch ideal geeignet. Ein preiswertes Einsteigergerät bietet Hersteller Kärcher mit seinem K 2 Compact Home für unter 100 Euro* an.

Tipp 2: Gasbrenner

Moos in Fugen. Ein Fall für den Gasbrenner?
Moos – ein Fall für den Gasbrenner oder die Fugenbürste? Bild: Fugenbuersten.de
Gasbrenner oder Abflammgeräte sind eine verbreitete Methode, um Fugen dauerhaft von Unkraut zu befreien. Dazu werden die Brenner mit einer Gasflasche verbunden und entzündet. Mit Temperaturen von bis zu 1.800 Grad wird das Unkraut verbrannt. Viel wichtiger ist jedoch, dass durch die Hitze auch die Samen von Löwenzahn und vielen anderen unbeliebten Gartengewächsen zerstört und dadurch an der erneuten Aussaat gehindert werden. Dadurch bleiben die Fugen einige Zeit unkrautfrei.

Bei der Arbeit ist Vorsicht geboten

Allerdings sind die Gasbrenner auch brandgefährlich. Wenn Sie bei trockenem Wetter zu nah an Wiesen, Hecken oder Bäume kommen, können Sie diese leicht in Brand stecken. Nicht selten steht dann der ganze Garten und im schlimmsten Fall sogar das Haus in Flammen. Deshalb sollten Sie Gasbrenner zum Fugen reinigen nur da einsetzen, wo weit und breit keine Brandgefahr besteht, wie zum Beispiel in Einfahrten. Ein weiterer Nachteil des Unkrautbrenners: Das abgebrannte Unkraut verbleibt in den Fugen und muss noch von Hand entfernt werden. Alternativ können Sie es nach dem Abbrennen auch in den Fugen belassen, bis es sich natürlich zersetzt.

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Tipp 3: Heißes Wasser

Heißes Wasser um Fugen zu reinigen? Was sich erst komisch anhört, ist sehr effektiv und wird schon seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert. Die Anwendung ist einfach und umweltfreundlich, da keine Herbizide zum Einsatz kommen: Erhitzen Sie Wasser in einem Topf bis es kocht. Anschließend gießen Sie das noch fast 100 Grad heiße Wasser auf die Stellen, an denen Unkraut wächst. Durch die Hitze wird die Pflanze bis in die Wurzel geschwächt und geht ein. Auch der Samen wird zerstört, wodurch eine erneute Aussatz verhindert wird. Die Behandlung mit heißem Wasser müssen Sie eventuell zwei bis drei Mal pro Jahr durchführen, in den folgenden Jahren geht das Unkraut immer weiter zurück.

Tipp 4: Salz und Essig

Essig und Salz sind zwar effektiv, gehören aber nicht auf versiegelte Flächen.
Essig und Salz sind zwar wirksam gegen Unkraut, gehören aber nicht auf versiegelte Flächen. Bild: Fugenbuersten.de
Viele Gartenbesitzer versuchen Unkraut mithilfe von Salz zu entfernen und dauerhaft aus ihrem Garten zu verbannen. Ob gestreut oder als Lösung – Salz ist ein effektiver Unkrautvernichter. Es dringt in die Pflanze ein und entzieht ihr das zum Wachsen benötigte Wasser. Zudem zerstört das Salz die Wurzel und verhindert, dass Löwenzahn und Co. wiederkommen. Trotz seiner Vorteile ist Salz als Mittel zur Unkrautvernichtung nicht unumstritten und offiziell sogar verboten. Denn das Salz verändert die Beschaffenheit des Bodens und dringt bis in das Grundwasser vor.

Essig und Salz möglichst nicht verwenden

Was für Salz gilt, gilt auch für Essig. Auf versiegelten Flächen dürfen Salz und Essig nicht zum Einsatz kommen, im schlimmsten Fall droht eine Strafe von bis zu 50.000 Euro. Auf Wiesen oder im Beet ist die Benutzung von Essig und Salz hingegen erlaubt. Allerdings besteht das Risiko, das Pflanzen in der Nähe des Unkrauts geschädigt werden, weshalb Essig und Salz wenn überhaupt nur selten zum Einsatz kommen sollten und dann auch nur an Stellen, wo in unmittelbarer Umgebung keine anderen Gewächse Schaden nehmen können.

Tipp 5: Bio Unkrautvernichter

Bio Unkrautvernichter zum Fugen reinigen
Bio Unkrautvernichter kann beim Fugen reinigen hilfreich sein, sollte aber nur sparsam zum Einsatz kommen. Bild: Neudorff
Eine schonende und zugleich relativ umweltschonende Möglichkeit Unkraut zwischen Steinen und Platten zu entfernen und die Fugen zu reinigen bietet ein biologischer Unkrautvernichter. Er enthält meist umweltverträglichere Inhaltsstoffe, die biologisch abbaubar sind. Zum Entfernen des Unkrauts zwischen den Fugen wird der Unkrautvernichter im vom Hersteller vorgegebenen Mischungsverhältnis angerührt und in die Fugen gegeben. Ein zu empfehlendes Mittel ist Neudorff Finalsan Unkrautfrei Plus*, das gegen Gräser, Algen und Moose wirkt und lange Zeit für Ruhe vor Unkraut sorgt. Die Wirkung tritt gemäß den Angaben des Herstellers schon wenige Stunden nach der Anwendung ein.

Nicht zu oft einsetzen

Um ein natürliches Mittel handelt es sich bei biologischem Unkrautvernichter trotzdem nicht. Deshalb sollte es nur bei Bedarf und auch nur in geringen Mengen eingesetzt werden. Nutzen Sie das Mittel am besten nur an Stellen, an denen sich das Unkraut trotz regelmäßigem Arbeiten mit Fugenbürsten oder heißem Wasser immer wieder durchsetzt.

Tipp 6: Kartoffelwasser

Löwenzahn in Pflasterfuge
Löwenzahn schmeckt kochendes Kartoffelwasser gar nicht. Bild: Fugenbuersten.de
Wahre Wunder soll die gute alte Knolle beim Fugen reinigen vollbringen. Kartoffelwasser findet in vielen Bereichen Anwendung und wurde schon zu Großmutters Zeichen zum Bekämpfen von Unkraut wie Giersch eingesetzt. Die Anwendung ist ganz simpel:

  • Kartoffeln schälen (Schalen für den Kompost aufbewahren)
  • Wasser mit einer Prise Salz zum Kochen bringen
  • Kartoffeln hinzugeben und normal gar kochen
  • Wasser abgießen und noch heiß auf das Unkraut geben
  • Die gekochten Kartoffeln genießen!

Zwar enthalten die Schalen von Kartoffeln viele Mineralstoffe, durch die sich das Wasser (kalt) auch gut als Dünger eignet. Seine unkrautvernichtende Wirkung ist aber wohl auf das heiße Wasser und das enthaltene Kochsalz zurückzuführen. Schaden kann es aber sicher nicht, das kochend heiße Kartoffelwasser an den mit Löwenzahn und Giersch bewachsenen Fugen auszuprobieren.

Alternative 1: Fugen bepflanzen

Ihnen ist der ständige Kampf gegen das Unkraut in den Fugen zu anstrengend? Es gibt verschiedene Alternativen, dem Unkraut dauerhaft Herr zu werden. Eine davon ist, die Fugen gezielt mit Pflanzen zu begrünen, die lästiges Unkraut wie Franzosenkraut, Giersch oder Löwenzahn verdrängen. Dieses Vorgehen eignet sich allerdings eher für breite Pflasterfugen. Im Handel gibt es Saatmischungen, die oft verschiedene Pflanzen enthalten. Für den Einsatz als Fugenfüller sollten die Pflanzen recht anspruchslos und robust sein. Gut geeignet sind beispielsweise Thymian, Mauerpfeffer oder Sternmoss, aber auch Katzenpfötchen und Hauswurz. Trittfest sind allerdings nicht alle. Auf stark genutzten Wegen sollten Sie deshalb eher zu Römischer Kamille oder Braunelle greifen.

Alternative 2: Fugensand

Fugensand von Dansand
Fugensand von Dansand soll Fugen langer Zeit unkrautfrei halten. Bild: Dansand
Einfach die Fugen des Gartenwegs oder der Terrasse mit Sand auffüllen und schon bleiben sie frei von Unkraut. Das hört sich zu gut an, um wahr zu sein. Und doch gibt es ein Produkt, das genau das verspricht. Das dänische Unternehmen Dansand hat einen sogenannten Fugensand entwickelt, den Sie einfach in die zuvor von Unkraut befreiten Fugen einkehren und mit einer Rüttelplatte verdichten müssen.

Hoher pH-Wert hindert Wachstum

Das Wirkprinzip von Fugensand ist simpel: Die verschiedenen im Sand enthaltenen Mineralien schaffen in den Fugen Verhältnisse, die einer Wüste ähneln. Der dadurch sehr hohe pH-Wert macht es Unkraut schwer bis unmöglich, in den Fugen zu wachsen. In der Folge bleiben die Fugen über Jahre vor Unkraut geschützt. Allerdings darf sich vor dem Verfugen mit Fugensand keinerlei organisches Material mehr in den Fugen befinden. Ansonsten sprießt es trotz des Füllmaterials weiter und die Arbeit war vergebens.

Der Fugensand füllt zwar die leeren Fugen auf, versiegelt sie aber nicht vollständig. Dadurch, dass der Sand wasserdurchlässig ist, kann Regen durch ihn hindurchfließen und im Erdreich versickern. Eine Überschwemmungsgefahr besteht also nicht. Der Hersteller verspricht zudem, dass die Fugen selbst ergiebigem Dauerregen standhalten und sich das Material nicht auswäscht. Nach einigen Jahren muss allerdings in den meisten Fällen trotzdem eine Neuverfugung erfolgen. Dazu wird das alte Material mithilfe eines Fugenkratzers aus den Fugen geholt und neuer Fugensand nachgefüllt.

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Vorteile:

  • Geringe Kosten: 8 bis 15 Euro pro 20 kg Sack
  • Mit einem Besen leicht anzuarbeiten
  • Wirkt mehrere Jahre unkrauthemmend
  • Fugensand ist frei von Chemie
Nachteile:

  • Bei großen Flächen summieren sich die Kosten
  • Optimale Verarbeitung nur bei Trockenheit
  • Nur für schmale Fugen (bis 5 mm) geeignet

Günstiger Sand und Fugenmörtel

Fugenmörtel
Alternative um Fugen aufzufüllen und Unkraut zu verhindern: Fix-Fertig-Fugenmörtel. Bild: MEM
Neben dem Fugensand können Fugen auch mit Quarzsand, Gesteinsmehl oder einem speziellen Fugenmörtel aufgefüllt werden. Doch Vorsicht: Die Fugen sollten dabei stets wasserdurchlässig bleiben. Bei fertigen Fugenmörtel-Mischungen ist das manchmal nicht der Fall. Manchmal genügt auch der günstige Quarzsand vom Baustoffhandel oder aus dem Baumarkt. Er kostet erheblich weniger als spezieller Fugensand. Ob er genauso lange das Unkraut hemmt, muss im Einzelfall ausprobiert werden.

Eine einfache Möglichkeit stellt fix und fertig angerührter Fugenmörtel* (siehe Bild rechts) dar. Er muss lediglich auf dem zu verfugenden Pflaster verteilt und in die Fugen eingefegt werden. Anschließend härtet der Mörtel von selbst aus und verschließt die Fugen. In den meisten Fällen und bei richtiger Verarbeitung hält der flexible Mörtel Unkraut und auch Ameisen aus den Fugen fern. Meist hält der Mörtel mehrere Jahre. Danach können die Fugen neu verfüllt werden.